Übertriebener Polizei-Hundeeinsatz bringt 2.500 Euro Schmerzensgeld

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Übertriebener Polizei-Hundeeinsatz bringt 2.500 Euro Schmerzensgeld. Foto: dpp

Wird ein Jugendlicher von einem Polizeihund „verhaftet" und durch Bisse verletzt, so kann er Anspruch auf Schadenersatz und Schmerzensgeld haben. Das gelte jedenfalls dann, wenn sich herausstellt, dass der Zugriff unverhältnismäßig und die Bissverletzungen gravierend waren. - Polizeibeamte vermuteten einen Räuber in einem Park und suchten dort. Als die Polizisten von einer Gruppe Jugendlicher entdeckt wurden, rannten die - alkoholisierten - Jungen davon. Ein von der Leine gelassener Polizeihund „stellte" einen 14jährigen und fügte ihm zahlreiche Bissverletzungen an Armen, Beinen und am Rücken zu. Der Heranwachsende konnte seine Hände mehrere Tage nicht benutzen, und die Wundversorgung insgesamt dauerte Wochen.

Es stellte sich zudem heraus, dass der Verletzte nichts mit dem Raub zu tun hatte. Das Gericht sah eine Amtspflicht Verletzung des Hundeführers. Zwar sei er berechtigt gewesen, den Jugendlichen vorläufig festzunehmen. Jedoch sei der Hundeeinsatz erheblich überzogen gewesen. Für die Vielzahl der Bisse gab es keinen nachvollziehbaren Grund. (2.500 € Schadenersatz und Schmerzensgeld sprach das Gericht zu.) (OLG Karlsruhe, 9 U 23/14) Wolfgang Büser/dpp