VW-Auszubildende verwursten einen Bulli zum Kunstwerk

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Auszubildende vor dem Curry-Bus T2b, einem Kunstprojekt mit viel Bauschaum und Styropor. Foto: VW/dpp-AutoReporter

17 Auszubildende haben zwei Volkswagen-Berühmtheiten miteinander gekreuzt: einen Bulli und die preisgekrönte Currywurst der Wolfsburger. Gemeinsam mit dem Künstler Erwin Wurm und dem Kunstmuseum Wolfsburg wurde ein Volkswagen Oldtimer-Bulli T2b von 1975 in knapp vier Monaten zu einem originellen Currywurststand umgebaut. Das spektakuläre Crossover-Werk steht nun für die Dauer der Ausstellung „Erwin Wurm. Fichte" (bis 13. September 2015) auf dem Wolfsburger Hollerplatz vor dem Kunstmuseum. Jeden Mittag wird aus dem Kunstwerk die Original Volkswagen-Currywurst serviert.

Künstler und Autoliebhaber Erwin Wurm, für skurril verformte Objekte und Skulpturen bekannt, ist von der Zusammenarbeit mit den Auszubildenden begeistert: „Ganz toll, mit welcher Freude und Kreativität die jungen Leute bei der Sache waren. Das Wort ‚nein‘ gab es nie."

Sechs junge Frauen und elf Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren arbeiteten eng mit dem österreichischen Künstler und dem Wolfsburger Kunstmuseum zusammen. Ruheständler des Volkswagen-Konzerns unterstützten dabei das Team um Projektleiter und Ausbilder Ralf Zeh - und hatten auch den nicht mehr fahrtüchtigen Oldtimer gefunden. Der Kastenwagen T2b, Baujahr 1975, war bis 2012 in Griechenland gewerblich im harten Einsatz, bis die Zulassung erlosch.

Die Metamorphose des T2b-Bulli umfasste einige technische Herausforderungen in sechs Etappen, die jeweils eine Berufsgruppe verantwortete: Die Kraftfahrzeugmechatroniker entfernten nahezu sämtliche mechanischen und elektrischen Bauteile. Die Konstruktionsmechaniker trennten mit Schneidwerkzeugen große Teile des Ladebodens heraus und schweißten stattdessen Stahlträger und einen abgesenkten Küchenboden ein. Sie durchtrennten die Schiebetür der Länge nach und schnitten Aussparungen für Fenster in Seitenwände der Karosserie. Anschließend klebten die Technischen Modellbauer und die Verfahrensmechaniker ein Grundgerüst aus Styroporblöcken auf die Bus-Karosse. Nachwuchs-Modellbauer und angehende Fahrzeuglackierer sorgten mit Klebe- und Spachtelmasse für die nötige Stabilität und gaben dem Curry-Bus die endgültige, rundlich-triefende Form.

Das nur bedingt lenkbare Gefährt wurde von Spezialisten der AutoVision in Salzgitter lackiert. Dann kamen die Kraftfahrzeugmechatroniker noch einmal zum Zug: Sie brachten jene Anbauteile an, die das Kunstwerk wieder näher an das T2b-Original rücken: Die Front zieren die typischen Rundscheinwerfer, das große Volkswagen Markenzeichen, darüber das schmale Kühlergitterband, eingerahmt von den eckigen Blinklichtern. Den Fahrzeuginnenausbau erledigten die Kraftfahrzeugmechatroniker und Fahrzeuginnenausstatter zusammen mit weiteren Fachkräften. Der frühere Laderaum erhielt Arbeitsplatten, Regale, Herd, Fritteuse und eine leistungsstarke Dunstabzugshaube mit speziellen Abluftkanälen.

Die Ausstellung „Erwin Wurm. Fichte" ist bis Sonntag, 13. September 2015, im Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerplatz 1, zu sehen. Dazu bietet das Kunstmuseum Sonderveranstaltungen an, unter anderem eine szenische Lesung am Donnerstag, 18. Juni 2015, mit Ensemblemitgliedern des Braunschweiger Staatstheaters zum Mythos Currywurst. (dpp-AutoReporter/wpr)