SEAT zeigt historische Einzelstücke auf der „Techno Classica“ in Essen

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Papst Johannes Paul 1982 im Seat Papamobil. Foto: Seat/dpp-AutoReporter

Auf der heute beginnenden "Techno Classica" in Essen präsentiert SEAT einzigartige Oldtimer. Der spanische Automobilhersteller hat in seiner Geschichte nicht nur beliebte Serienfahrzeuge gebaut, sondern auch so manche Sonderanfertigung gewagt. Unter dem Motto „Technologietradition - 40 Jahre Centro Técnico" stellt SEAT spezielle Automobilumbauten des technischen Zentrums (Centro Técnico) in den Fokus der Ausstellung. Ein Einzelstück ist das „Papamobil". Der Panda Marbella Umbau wurde 1982 extra für den Spanien-Besuch von Papst Johannes Paul II. konstruiert. Doch die Geschichte außergewöhnlicher Automobilanfertigung aus dem Hause SEAT geht viel weiter zurück.

Besucherauto für Regierungsvertreter
Schon 1954 konnten hochrangige Besucher in einem ganz speziellen Fahrzeug die SEAT Fertigungshallen in der Zona Franca in Barcelona erkunden. Der SEAT 1400 Visitas wäre für den normalen Straßenverkehr kaum tauglich gewesen, denn er verfügte weder über Türen, ein Dach, noch Anschnallgurte. Haltegriffe an jeder Seite der Windschutzscheibe und an den Rückenlehnen der Sitze sowie Trittstufen an den Fahrzeugseiten reichten aus, um an den wichtigen Produktionsstellen schnell aus- und einzusteigen. Dazu bot er mit zwei großzügigen Bänken und zusätzlich integrierten Sitzgelegenheiten im Heck Platz für bis zu sieben Personen. 44 PS Motorleistung waren mehr als ausreichend für die Besuche im SEAT Werk.

Der SEAT 600 Savio stammt aus der Ideenschmiede des Designers Pietro Frua, der in den 60er Jahren Stil prägende Karosserien entwarf. Das wannenartige Automobil mit blauer Lackierung war durch seine großflächigen Scheiben und drei Sitzreihen prädestiniert dafür, zum Besucherauto umfunktioniert zu werden. Ein abnehmbares Hardtop ermöglichte noch mehr Sicht auf Maschinen und Werktätige. Hinzu kamen kleinere Räder, die sich hervorragend dazu eigneten, durch die engen Produktionslinien zu manövrieren.

Vom 31. Oktober bis zum 9. November 1982 besuchte Papst Johannes Paul II. erstmals Spanien. SEAT trug zu diesem Ereignis mit einem der eigentümlichsten Autokonstruktionen bei. In nur 15 Tagen schuf der spanische Automobilhersteller die Sonderanfertigung des „Papamobils", bei dem als Basis ein SEAT Panda Marbella diente. Dach und Fenster fehlten ganz, dafür war ein Geländer auf dem Pick Up ähnlichen Heck verbracht.

Papst Johannes Paul II. nutzte das „Papamobil" u.a. für die Einfahrt ins Estadio Santiago Bernabéu in Madrid und zur Sonntagsmesse im Camp Nou Stadion in Barcelona. Laut Überlieferung soll der Papst von seinem üblichen Fahrzeug auf das SEAT Modell deshalb gewechselt haben, weil sein offizielles „Papamobil" zu hoch für die Einfahrt in die Fußballstadien war. (dpp-AutoReporter/hhg)