GP. Roggenmischbrot ist die Lieblingssorte der Bundesbürger. Sortentreue prägt das Bild der vielfältigen deutschen Brotlandschaft, wie Repräsentativbefragungen über 10 Jahre hinweg zeigen: Roggenmischbrote liegen mit 36 Prozent der Nennungen deutlich an der Spitze. Ebenfalls in die Medaillenränge der Brot-Hitliste kommen Mehrkorn- und Vollkornbrote, die von jeweils über 20 Prozent "gewählt" wurden - ebenfalls Brotsorten, für die der "typisch deutsche" Roggen unverzichtbar ist. Die Nutzung von Roggen neben Weizen in vielen Sorten bildet die Rohstoffbasis für die einmalige deutsche Brotvielfalt und den Geschmack unserer Gebäcke. Benötigt wird Qualitäts-Brotgetreide: So spielen neben der Mahlfähigkeit des Getreides beim Roggen vor allem Enzymgehalt und Stärkequalität des Korns eine bedeutende Rolle. Sie sind wichtig dafür, dass sich bei Sauerteigführung und Backen die Krume des Brotes optimal ausbildet. Schon bei der Aussaat muss der Landwirt daher an die Mahl- und Backqualitäten seines Roggens denken, den er nach der Ernte verkaufen will. Durch die Fortschritte in der Pflanzenzucht, den artgerechten Anbau und die Pflege des Getreides bei Ernte und Lagerung können heute in Deutschland durchweg gute Qualitäten geliefert werden. Bei der Anlieferung in der Mühle wird das Korn zunächst im Labor prüfend unter die Lupe genommen. Dazu gehören u.a. Untersuchungen von Feuchtigkeit, Eiweiß- und Stärkegehalt, danach folgen dann Probevermahlungen und Backversuche. Dabei legen die Müller Wert auf Roggensorten, aus denen sich hochwertige Backwaren mit gleichmäßiger Qualität herstellen lassen. Entsprechend den Untersuchungsergebnissen mischt die Mühle auch verschiedene Roggenpartien, um gleichmäßige Qualitäten oder eine bestimmte Zusammensetzung für spezielle Roggen-Backwaren zu erhalten. Besonders ausländische Gäste stehen immer wieder staunend vor der Vielfalt dessen, was aus deutschen Backstuben kommt. Der wichtigste Grund für diese Vielfalt ist - neben der Fantasie unserer Bäcker - der Roggen. Durch die Mischung von Roggen- und Weizenmehlen in den Rezepturen kommen so viele traditionelle und moderne Brotsorten zu Stande wie nirgends sonst auf der Welt. Zusätzlich bringt der Roggen eine gute Portion Gesundheit mit auf den Teller. Seine Ballaststoffe sorgen z.B. für eine geregelte Darmfunktion. Speziell Verdauungsstörungen beeinträchtigen das Wohlbefinden eines Drittels aller Bundesbürger. Mit einer ballaststoffreichen Kost lässt sich dieses Übel leicht beseitigen. Roggen liegt hinsichtlich der Verdauungswirksamkeit an der Spitze der Getreideballaststoffe - so lassen sich Genuss und Gesundheit ideal kombinieren.
Zum Beispiel Roggen: Qualität vom Acker bis zum Teller
Montag, 23. September 2002
von GP
Dienstnummer: 17645-38-02
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| Mit der Säuregrad-Bestimmung eines Roggenbrotes wird die Sauerteig-Qualität im Labor der Bundesanstalt für Getreideforschung unter die Lupe genommen. Foto: GP |
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