Verbraucher skeptisch gegenüber selbstfahrenden Autos von Technologiefirmen

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Die voreilende Akzeptanz für freihändig selbstfahrende Autos scheint vorhanden, aber es gibt große Sicherheitsbedenken und Angst vor Kontrollverlust. Foto: Audi/dpp-AutoReporter

Verbraucher vertrauen traditionellen Automobilherstellern bei der Entwicklung und Einsatz selbstfahrender Autos deutlich mehr als branchenfremden Technologiefirmen, die an eigenen Fortbewegungsmitteln basteln. Dies ist ein zentrales Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von The Boston Consulting Group (BCG) und World Economic Forum unter 5500 Verbrauchern in zehn Ländern. Mehr als die Hälfte der befragten Städter gibt an, selbstfahrenden Autos gegenüber offen zu sein. „Diese Ergebnisse sind eine positive Nachricht für traditionelle Automobilhersteller", sagt Dr. Nikolaus Lang, Senior Partner im Münchner BCG-Büro. „Unsere Auswertungen zeigen: Die Verbraucher erwarten, dass die traditionellen Automobilbauer eine führende Rolle bei der Einführung von selbstfahrenden Autos übernehmen und dass Technologieunternehmen wie Apple oder Google ihr relevantes Know-how dazu beisteuern."

Die von BCG und dem World Economic Forum gemeinsam durchgeführte Untersuchung vermittelt intensive Einblicke in die Akzeptanz selbstfahrender Autos bei Stadtbewohnern weltweit und befasst sich detailliert mit den Einstellungen von Verbrauchern. Am größten ist diese Akzeptanz demnach in Emerging Markets wie China, Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, während sie in den USA und Großbritannien bei 50 Prozent liegt.

In Japan und Deutschland ist die Akzeptanz selbstfahrender Autos mit 44 Prozent am geringsten. Gründe dafür sind der Wunsch, jederzeit die Kontrolle über das Fahrzeug zu haben, sowie ein mangelndes Sicherheitsgefühl der Verbraucher in einem autonomen Fahrzeug. Nicht zu vernachlässigen ist auch der gewaltige Verlust an Fahrerlebnis und -freude. Von den Befragten, die nicht bereit sind, mit einem komplett selbstfahrenden Auto zu fahren, sagen 51 Prozent, sie würden sich in einem solchen Auto nicht sicher fühlen. 45 Prozent geben mangelnde Kontrolle über das Fahrzeug als wichtigsten Hinderungsgrund an. Dies bezieht sich sowohl auf die fehlende Möglichkeit, während des Fahrens Einfluss zu nehmen, als auch auf die Gefahr von Cyberattacken.

Die Umfrage zeigt, dass sich 46 Prozent Verbraucher wünsche, traditionelle Autobauer (sogenannte Original Equipment Manufacturers, OEM) und nicht Technologiefirmen würden bei der Entwicklung selbstfahrender Autos vorweggehen. Am größten ist das Vertrauen in traditionelle OEM in Frankreich, Deutschland und Japan. In dieser Gruppe äußern 69 Prozent eine Präferenz für den Bau derartiger Fahrzeuge im Rahmen einer Partnerschaft zwischen einem OEM und einem Technologieunternehmen. Daneben geht die Mehrheit der Verbraucher davon aus, dass es sich bei selbstfahrenden Fahrzeugen um Elektro- oder Hybridautos handeln wird.

Verbraucher sind bereit, für die Funktionalitäten und die Bequemlichkeit, die selbstfahrende Autos bieten, mehr zu bezahlen. Im Durchschnitt aller untersuchten Länder äußerten mehr als 40 Prozent der Befragten die Bereitschaft, für komplett autonomes Fahren mehr zu bezahlen - die Hälfte davon würde mehr als 5000 US-Dollar zusätzlich ausgeben. (dpp-AutoReporter/wpr)