Volkswagen Konzern: Expertendiskussion über agiles Arbeiten

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VW-Personalvorstand Neumann: „Digitalisierung und Vernetzung erfordern eine Erneuerung von Arbeitsmethoden und Arbeitsorganisation.“ Foto: VW/dpp-AutoReporter

Agiles Arbeiten und zukunftsweisende Arbeitsorganisation waren die Themen einer Konferenz mit Fach- und Führungskräften des Volkswagen Konzerns und wissenschaftlichen Experten am heutigen Mittwoch in Wolfsburg. Die Konferenz mit rund 150 Teilnehmern wurde vom Institut für Arbeit und Personalmanagement der AutoUni Wolfsburg ausgerichtet und machte die Zukunft der Büro- und Wissensarbeit zum Thema. Bereits im April hatte Volkswagen auf der Konferenz ‚Gute Arbeit in der Fabrik 4.0‘ grundlegende Fragen zur Zukunft der Fabrikarbeit thematisiert.

Personalvorstand Dr. Horst Neumann sagte: „Digitalisierung und Vernetzung erfordern eine Erneuerung von Arbeitsmethoden und Arbeitsorganisation. Bei Volkswagen setzen wir deshalb in der Wissensarbeit auf agiles Arbeiten und Scrum - Arbeitsweisen, die bisher für die IT-Industrie typisch waren. Aus unseren Projekten in der Entwicklung, der IT und dem Vertrieb wissen wir: Teams, die agil arbeiten, handeln unbürokratischer, flexibler, schneller und kundenorientierter. Sie arbeiten weitgehend selbstgesteuert und teilen sich die Arbeit selbst auf. Agiles Arbeiten verändert also die Arbeitsorganisation, kann die Wettbewerbsfähigkeit verbessern und gute Arbeit ermöglichen."

Der Begriff Scrum bezeichnet ursprünglich das Gedränge im Rugbysport und steht als Analogie für Produktentwicklungsteams, die als kleine, selbstorganisierte Einheiten arbeiten, von außen nur eine Richtung vorgegeben bekommen und für die Umsetzung der Zielerreichung allein zuständig sind. Scrum isr der Gegenentwurf zur Befehls-und-Kontroll-Organisation alter Machart, in der Mitarbeiter möglichst genaue Arbeitsanweisungen erhalten.

Der stellv. Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Stephan Wolf, sagte: „In Zeiten von Digitalisierung und steigender Komplexität und Geschwindigkeit in der Entwicklung und Produktion von Fahrzeugen brauchen wir moderne Arbeitsweisen. Es geht nicht um Arbeitsverdichtung, sondern um mehr Freiräume und Entscheidungskompetenzen für die Beschäftigen und Projektteams. Mit einem Wandel in unserer Unternehmens- und Führungskultur können wir diese Ansätze beschleunigen."

Agiles Arbeiten und Scrum haben ihren Ursprung in der Software- und IT-Entwicklung. Die Arbeitsmethoden zeichnen sich durch unbürokratische Abläufe, Schnelligkeit, Dezentralisierung und flache Hierarchien aus. Zu den Vorteilen zählen besseres Kundenverständnis, schnellere Entwicklungszyklen, höhere Umsetzungsgeschwindigkeit. Bei Volkswagen vernetzen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bereits in Projekten mit agilen Methoden arbeiten, in einer agilen Community. Ihre Mitglieder unterstützen sich gegenseitig, die Community entwickelt erprobte Methoden weiter und bringt sie mit Volkswagen-Standards in Einklang.

Auf der Konferenz am Mittwoch sprachen unter anderem die Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Sabine Pfeiffer vom Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung München und der Universität Hohenheim, die Hamburger Professorin für Organisation und Unternehmensführung Prof. Dr. Jette Frost sowie Dr. Rainer Zugehör, Gründer und Geschäftsführer von ‚movingimage24‘, aus Berlin. Zudem stellten Volkswagen Mitarbeiter agile Projekte vor, Kurse und Workshops zum agilen Arbeiten ergänzten das Programm. (dpp-AutoReporter/wpr)