Fahrradsünder: Jeder Zweite nutzt Smartphone regelmäßig beim Strampeln

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Radfahrer sind im Umgang mit Handy sorglos oder gar bewusst vorschriftswidrig unterwegs. Foto: dpp-AutoReporter/zm

Wer während des Radfahrens sein Handy nutzt und dabei die Hände vom Lenker nimmt, riskiert zumindest ein Bußgeld, wenn nicht gar einen Krankenhausaufenthalt. Eine aktuelle Umfrage zeigt jedoch, dass viele deutsche Radfahrer sich nicht an die gesetzlichen Regelungen halten; manche handeln aus Unwissenheit, die Mehrheit jedoch riskiert vorsätzlich und bewusst ein Bußgeld.

Ähnlich wie beim Autofahren gilt auch beim Radfahren: Keine Telefonate auf dem Handy ohne Freisprechanlage, beide Hände gehören an den Lenker. In einer aktuellen Umfrage des unabhängigen DSL-Vergleichsportals www.schlaubi.de wurden 1017 erwachsene Radfahrer zur Nutzung ihres Smartphones während des Radfahrens befragt. Insgesamt 47 Prozent aller Befragten gaben zu, während des Fahrens regelmäßig Funktionen ihres Smartphones zu nutzen und dafür die Hände vom Lenker nehmen.

Die Mehrheit (54 %) dieser Befragtengruppe nimmt nach eigenen Angaben Anrufe entgegen, ohne anzuhalten, weitere 36 Prozent lesen bzw. schreiben laut Studie SMS-Mitteilungen. Im Internet sind 32 Prozent dieser Teilnehmer unterwegs, während sie radeln: Hauptsächlich zu Navigationszwecken (27 %) oder für einen Blick in den Nachrichtenfeed und auf Benachrichtigungen auf Facebook, Twitter und Co. (24 %) wird zum Smartphone gegriffen, ohne abzusteigen.

Knapp jeder Vierte (24 %) will der Umfrage zufolge denken, dass die Nutzung des Handys für Telefonate ohne Freisprechanlage oder auch für das Schreiben von SMS kein bußgeldpflichtiges Vergehen sei. Weitere 69 Prozent wissen zwar nach eigenen Angaben, dass ein Strafzettel droht; die meisten dieser Teilnehmer (71 %) würden aber trotzdem spontan einen Anruf entgegen nehmen.

Fast ein Viertel (23 %) der Befragten, die auf dem Fahrrad zum Smartphone greifen, ist der Meinung, dass dies ‘keine große Gefahr' darstellt; elf Prozent sind sich sicher, dass der Griff zum Mobiltelefon die Konzentration nicht beeinträchtigt. Lediglich etwas mehr als jeder Fünfte (21 %) denkt, dass die Nutzung des Mobiltelefons ablenken und damit ein Unfallrisiko darstellen könnte.

Dagegen kritisiert fast jeder Dritte (31 %) die Nutzung des Smartphones durch Fußgänger, die dadurch ‚andere Verkehrsteilnehmer behindern'.

Natascha Kahmann, Sprecherin von schlaubi.de, kommentiert: „Dass das Handy am Steuer tabu ist, weiß inzwischen jeder; wir wollten anhand dieser Befragung herausfinden, wie es sich mit der Handynutzung unter Fahrradfahrern verhält. Es ist nicht grundsätzlich alles verboten, wenn es um den Gebrauch eines Mobiltelefons auf dem Fahrrad geht; die Studie lässt aber vermuten, dass unter Radfahrern Aufklärungsbedarf herrscht. Ein abgelenkter Verkehrsteilnehmer, egal ob er im Auto, per Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist, stellt ein erhöhtes Unfallrisiko dar." (dpp-AutoReporter/wpr)