Pkw-Maut: Deutsche sind dafür, solange sie nicht selbst zahlen müssen

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Pkw-Maut: Deutsche sind dafür, solange sie nicht selbst zahlen müssen: Foto: dpp-AutoReporter

Eine Umfrage zeigt, dass deutsche Kraftfahrer mit dem Zustand der Verkehrswege eher unzufrieden sind und letztlich sogar Sicherheitsbedenken haben. Mehr als die Hälfte der Befragten spricht sich daher auch für die Pkw-Maut aus - allerdings nur unter der Voraussetzung, dass deutsche Kraftfahrer selbst keine Maut zahlen müssen.



Es ist allgemein bekannt, dass sich Deutschlands Straßen nicht unbedingt im besten Zustand befinden. Zumindest gibt es zahlreiche Autobahnen, deren Fahrbahnbeläge immer wieder für Ärger sorgen und als Folge die Rufe nach einer umfassenden Sanierung lauter werden. Allerdings ist ebenso bekannt, dass die Kassen von Bund und Ländern unter chronischem Geldmangel leiden und die Umsetzung solcher Maßnahmen daher nicht so leicht zu bewerkstelligen ist.

Angesichts dieser Situation überrascht es nicht, dass das Thema Straßensanierung im Wahlkampf eine große Rolle spielte. Die CSU versprach den Bürgern die Einführung einer Pkw-Maut auf Autobahnen, die zumindest für Fahrzeuge gelten soll, die im Ausland zugelassen sind. Daraufhin wurden in den Medien zahlreiche Streitgespräche veröffentlicht, Deutschland scheint hinsichtlich dieses Thema gespalten zu sein. Nachdem nun der Koalitionsvertrag nach der Wahl besiegelt wurde, kündigt der designierte Verkehrsminister Dobrinth die Einführung der Pkw-Maut bereits für 2014 an. Im Hause Autoscout24 wurde daher beschlossen, eine Umfrage durchzuführen und somit zu ermitteln, wie die deutschen Kraftfahrer den Zustand der Verkehrswege beurteilen und wie sie über das Vorhaben der CSU denken. Insgesamt 1.031 Autofahrer wurden im Oktober zu diesem Thema befragt.

Kraftfahrer sind mit Zustand der Straßen unzufrieden:  Wie aus der Befragung von Autoscout24 hervorgeht, zeigt sich die Mehrheit der Autofahrer mit dem Zustand der Verkehrswege unzufrieden. 44 Prozent der Befragten bewerten den Zustand als eher schlecht, für ganze 19 Prozent steht sogar fest, dass der Straßenzustand klar als schlecht zu bewerten ist. Insgesamt sind 70 Prozent der Meinung, die Straßen würden aufgrund ihrer Beschaffenheit ein Risiko für ihre Sicherheit darstellen oder zumindest Schäden an ihren Fahrzeugen begünstigen.



Andererseits gaben 31 Prozent der Befragungsteilnehmer an, dass sie den Straßenzustand als eher gut bewerten. Fünf Prozent sind mit dem Zustand der deutschen Verkehrswege sogar zufrieden.

Bedingte Zustimmung zur Pkw-Maut:  Zum Thema Pkw-Maut äußerten sich die Befragungsteilnehmer verschieden. Die Anzahl der Befürworter liegt mit einem Wert von 61 Prozent etwas höher als die Anzahl der Kritiker, die gegen die Einführung der Pkw-Maut sind. Allerdings ist anzumerken, dass sich die Mehrheit der Kraftfahrer nur für eine Pkw-Maut ausspricht, solange sie ausschließlich für Ausländer bzw. für im Ausland zugelassene Fahrzeuge gilt. Würde die Pkw-Maut hingegen für alle Bürger gelten, ist die Situation eine andere. Nur noch 17 Prozent der Befragten sprechen sich dann für die Maut aus.

Experten sehen in den Mautplänen zahlreiche Probleme: Bei den Experten für Verkehr und Kraftfahrzeuge ist die Situation eine andere. Dort gibt es zahlreiche Gegner - so auch Thomas Weiss, Automobilexperte bei Autoscout24. Er und weitere Experten sehen in der Pkw-Maut keinen großen Nutzen, wenn sie lediglich für Kraftfahrer aus dem Ausland gilt. Grund sind die vergleichsweise geringen Einnahmen. Diese genügen bei weitem nicht, um die Instandhaltungskosten der Verkehrswege abzudecken. Hierfür wären deutlich höhere Einnahmen erforderlich. Diese kann selbst eine Maut nicht abdecken, die für sämtliche Kraftfahrer gilt - zumindest dann nicht, wenn eine Verrechnung mit der Kfz-Steuer zulässig ist. (dpp-AutoReporter)