Elektromobilität bei Stadtbussen läuft problemlos

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Elektromobilität bei Stadtbussen läuft problemlos. Foto: Ziehl-Abegg/dpp-AutoReporter

„Elektromobilität schont die Umwelt, ist leise und funktioniert", sagt Ralf Arnold. Der Geschäftsführer von Ziehl-Abegg Automotive verweist auf mehrere Stadtbushersteller in Europa, welche den getriebelosen Radnabenantrieb ZAwheel erfolgreich einbauen. Elektro-Busse unterschiedlicher Hersteller sind auf der Busworld in Kortrijk (Belgien) zu sehen.

Die Botschaft von Ziehl-Abegg auf der Busworld ist klar: Elektromobilität im öffentlichen Personennahverkehr ist praxiserprobt und funktioniert in mehreren europäischen Städten. Zwei Experten berichten im Rahmen einer internationalen Pressekonferenz am 16. Oktober über die Praxistauglichkeit von Stadtbussen mit ZAwheel im Linienverkehr (14.30 Uhr, Halle 4, Stand 429).

Eckhard Schläfke, Betriebsleiter der Stadtwerke Münster (Deutschland), hat im Frühjahr fünf Elektrobusse im Rahmen des ZeEUS-Projekts in Betrieb genommen. Wie kann eine Kommune fünf Elektro-Fahrzeuge in einen bestehenden Diesel-Fuhrpark integrieren? Sowohl auf dem Betriebshof der Stadtwerke als auch an den beiden Endhaltestellen haben die Stadtwerke Schnellladestationen errichtet. Diese laden die Batterien auf dem Dach der Fahrzeuge im Schnellladeverfahren während der normalen fahrplanmäßigen Wartezeit auf. „Auch wenn etwa durch Verspätungen einmal keine Zeit zum Laden ist, kann der Bus weiterfahren", sagt Schläfke über die Reserven. Durch die Ladestationen an den Endhaltestellen und den effizienten Antrieb ZAwheel konnten die Batterien klein dimensioniert werden; das Fahrzeug wiegt kaum mehr als ein herkömmlicher Bus.

Funktioniert Elektromobilität in kalten Regionen? Für Vorstandschef Jonas Hansson ist dies kein Problem. Sein Unternehmen Hybricon Bus Systems AB entwickelt und baut elektrische Stadtbusse gerade für kalte Regionen: mit besonders isoliertem Chassis, Wärmerückgewinnung, Luftschleier am Einstieg, speziell isolierten Fenstern und mit dem getriebelosen Radnabenantrieb von Ziehl-Abegg. „Eine dieselbetriebene Zusatzheizung musste noch nie benutzt werden", sagt Hansson. Der Bus kann selbst bei Temperaturen von minus 25 Grad Celsius zu 100 Prozent elektrisch geheizt werden. „Unsere sehr gute Technologie und die positive Erfahrung in Nord-Schweden haben die Stadt Umea bewogen, acht weitere Stadtbusse zu bestellen", betont Jonas Hansson.

Das Interesse von Flottenbetreibern, konventionell betriebene Stadtbusse (Diesel, Gas) elektrisch mit ZAwheel nachzurüsten, nimmt zu. „Dabei wollen die Unternehmen einen einzigen Projektplaner und Umbaupartner", berichtet Arnold. Ziehl-Abegg kommt diesem Wunsch in zweierlei Hinsicht entgegen: So kann mit dem neuen ZAaxle Achsantriebsmodul jeder Standardbus mit 10,5 sowie 12 und 18 Metern Länge problemlos zum Elektrobus mit ZAwheel nachgerüstet werden. Zudem gibt es mit Benteler Engineering Services (München) ein weiteres Unternehmen, das ein Rundum-Sorglos-Paket für die Nachrüstung anbietet: von der Systemanalyse beziehungsweise der Konzeption bis hin zum Umbau; selbst die Homologation wird bei Benteler Engineering Services aus einer Hand angeboten. (dpp-AutoReporter)